Praxis für Psychotraumatherapie
Praxis für Psychotraumatherapie

Psychotraumatherapie

 

"Wenn man ein Trauma nicht realisiert, ist man gezwungen, es wiederzuerleben oder zu reinszenieren."

 

                                                           Pierre Janet

 

Unsere frühe Kindheit ist sehr prägend und die Auswirkungen unserer Kindheitserfahrungen reichen bis in unsere Gegenwart hinein. Verdrängte, schmerzliche Erfahrungen prägen unser Leben auf ungeahnte Weise. Was wir nicht verarbeitet haben, reinszeniert sich in unserem Leben immer wieder neu, im Alltag, bei der Arbeit, in unseren Beziehungen und im Verhältnis zu uns selbst. (Man spricht auch vom psychischen Wiederholungszwang). Natürlich löscht keine Therapie eine schmerzhafte Vergangenheit aus. Wir können eine traumatisierende Kindheit nicht 'umschreiben'. Aber wir können unsere frühen prägenden Erfahrungen verarbeiten, oder besser, verschmerzen - indem wir uns dem alten verdrängten Schmerz hetue zuwenden und ihn fühlen. Denn nur über das Fühlen können diese tiefen frühen Wunden 'vernarben'. Dann brauchen sie sich auch in der Gegenwart nicht ständig neu zu reinszenieren.

 

Je weniger wir von unserer Vergangenheit fühlen, umso mehr wird innerlich bewahrt, und umso mehr hat es Einfluss auf unser jetziges Leben und Verhalten. Verdrängte traumatische Erfahrungen beinhalten Gefühle von Ohnmacht, Hilflosigkeit, Trauer, Wut, Angst und Schmerz, welche wegen ihrer Heftigkeit abgespalten wurden. Diese verdrängten inneren 'Anteile' verursachen Konflikte und erzeugen wiederholt Situationen, die emotional an die ursprüngliche traumatisierende Erfahrung erinnern. Oftmals kommen sie auch in körperlichen Symptomen zum Ausdruck.

 

Viele Therapiemethoden setzen auf kognitiver Ebene an. Über Gespräche können wir uns innere Konflikte zwar erklärbar machen, doch die tieferliegenden impliziten und prozeduralen Ebenen, auf denen sich die inneren Muster eingefahren haben, können verbal kaum erreicht werden. Manche therapeutische Methoden basieren auf zudeckenden Verfahren, welche die Bewusstwerdung verdrängter Konflikte vermeiden und dem Aufbau und der Stärkung von Abwehrverhalten ('Trauma-Überlebensstrategien') dienen. Dadurch werden die verdrängten Erfahrungen noch tiefer ins Unbewusste verbannt. In den meisten Fällen bedeutet das jedoch, das Problem nur aufzuschieben, denn die unverarbeiteten Gefühle verlassen uns nicht, indem wir sie unterdrücken oder neue Verhaltensweisen 'einüben'. Viele Menschen, die zu mir kommen, haben schon jahrelange Therapien hinter sich und müssen dennoch feststellen, dass ihre inneren Prägungen, Lebensmuster und Verstrickungen nicht gelöst, sondern immer noch wirksam sind.

 

Das wesentliche Ziel meines Therapieangebotes ist die Überwindung der Persönlichkeitsspaltung (Verdrängung). Dazu ist das Erkennen und Abbauen der Trauma-Überlebensstrategien notwendig, sowie die Stärkung unserer gesunden Persönlichkeitsanteile. Wesentlich ist hier vor allem der Aufbau einer stabilen Identität, eines gesunden Ichs und eines eigenen Willens. Das Maß für das Zulassen- und Auflösenkönnen von verdrängten Erinnerungen hängt auch von unserer Ich-Stärke ab. Durch frühe Traumatisierungen wird die Identitätsentwicklung stark beeinträchtigt. Deshalb ist die Nachreifung der Persönlichkeit in der Psychotraumatherapie ein unerlässlicher Prozess, damit wir unseren verdrängten, traumatisierten Gefühlen begegnen und sie schrittweise verarbeiten können.

 

 

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