Praxis für Psychotraumatherapie
Praxis für Psychotraumatherapie

Psychotraumatherapie

 

"Wenn man ein Trauma nicht realisiert, ist man gezwungen, es wiederzuerleben oder zu reinszenieren."

 

                                                           Pierre Janet

 

Unsere frühe Kindheit, und ganz besonders die Beziehung zu unserer Mutter, ist sehr prägend für unsere psychische Entwicklung. Die Auswirkungen unserer Kindheitserfahrungen reichen bis in unsere Gegenwart hinein. Verdrängte, schmerzliche Erfahrungen bestimmen unser Leben auf ungeahnte Weise. Was wir nicht verarbeitet haben, reinszeniert sich in unserem Leben immer wieder neu, im Alltag, bei der Arbeit, in unseren Beziehungen und im Verhältnis zu uns selbst. (Sigmund Freud sprach vom 'psychischen Wiederholungszwang'). Natürlich löscht keine Therapie eine schmerzhafte Vergangenheit aus. Wir können eine traumatisierende Kindheit nicht 'umschreiben'. Aber wir können unsere frühen, prägenden Erfahrungen verarbeiten, oder besser: verschmerzen - und zwar indem wir uns dem alten verdrängten Schmerz heute zuwenden und uns erlauben, ihn zu fühlen. Denn nur über den emotionalen Zugang zu den verdrängten Gefühlen, können diese Gefühle integriert werden; können die tiefen frühen Wunden 'vernarben' und wir wieder ganz werden. Dann brauchen wir sie nicht mehr abzuspalten und sie müssen sich in der Gegenwart nicht ständig reinszenieren.

 

Je weniger wir von unserer Vergangenheit fühlen, umso mehr wird innerlich bewahrt, und umso mehr hat es Einfluss auf unser jetziges Leben und Verhalten. Verdrängte traumatische Erfahrungen beinhalten Gefühle von Ohnmacht, Hilflosigkeit, Trauer, Scham, Wut, Angst und Schmerz, welche wegen ihrer damals nicht zu bewältigenden Intensität abgespalten wurden. Diese verdrängten inneren Strukturen verursachen Konflikte und erzeugen wiederholt Situationen, die emotional an die ursprüngliche traumatisierende Erfahrung erinnern. Oftmals drücken sie sich auch in körperlichen Symptomen aus.

 

Viele bislang gängigen Therapiemethoden setzen auf kognitiver Ebene an. Über Gespräche ('Redetherapie') können wir innere Konflikte zwar verstehen und erklärbar machen, doch die tieferliegenden impliziten und prozeduralen Ebenen, auf denen sich die inneren Muster eingefahren haben, können verbal kaum erreicht werden. Es gibt auch therapeutische Methoden, die auf zudeckenden Verfahren basieren und die Bewusstwerdung verdrängter Konflikte vermeiden wollen und stattdessen auf Aufbau und Stärkung von Abwehrverhalten ('Trauma-Überlebensstrategien') setzen. Dadurch werden die verdrängten Erfahrungen jedoch noch tiefer ins Unbewusste verbannt. In den meisten Fällen bedeutet das, das Problem nur aufzuschieben, denn die unverarbeiteten Gefühle verlassen uns nicht, indem wir sie unterdrücken oder neue Verhaltensweisen 'einüben'. Viele Menschen, die zu mir kommen, haben bereits Psychotherapien hinter sich und müssen dennoch feststellen, dass ihre inneren Prägungen, Lebensmuster und Verstrickungen nicht gelöst, sondern immer noch wirksam sind.

 

Das wesentliche Ziel meines Therapieangebotes ist die Überwindung der Persönlichkeitsspaltung (Verdrängung) und die Rückkehr zu einem gesunden Selbstgefühl. Dazu ist das Erkennen und Abbauen der Trauma-Überlebensstrategien notwendig, sowie die Stärkung unserer gesunden Persönlichkeitsanteile. Wesentlich ist hier vor allem der Aufbau einer stabilen Identität, eines gesunden Ichs und eines eigenen Willens. Habe ich keinen gesunden Zugang zu meinem 'Ich bin' und 'Ich will', bin ich anfällig dafür, mein Leben nicht nach den eigenen Bedürfnissen sondern nach dem Wollen anderer auszurichten.

 

Das Maß für das Zulassen- und Auflösenkönnen von verdrängten Erinnerungen hängt auch von unserer Ich-Stärke ab. Durch frühe Traumatisierungen wird unsere Identitätsentwicklung stark beeinträchtigt. Deshalb ist die Nachreifung der Persönlichkeit ein unerlässlicher Prozess, damit wir unseren verdrängten (Trauma-)Gefühlen überhaupt begegnen und sie schrittweise verarbeiten können.

 

 

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