Praxis für Psychotraumatherapie
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Depression

"Was als Depression bezeichnet wird, erweist sich immer wieder als Tragik des Selbstsverlustes bzw. der Selbstentffremdung, die immer in der Kindheit ihren Anfang nimmt. Diese Verleugnung begann im Dienste der lebensnotwendigen Anpassung aus Angst vor dem Liebesverlust. Darum weist die Depression auf eine sehr frühe Verletzung hin."

 

                                                                Alice Miller

 

Depressive Grundeinstellungen gehen häufig auf sehr frühe und konkret erlebte Erfahrungen zurück. Viele Menschen befinden sich während der Schwangerschaft oder bei der Geburt buchstäblich in Todesgefahr: Unerwünscht oder nicht ‚passend‘ zu sein, Abtreibungsversuche, Beckenlage, Strangulation durch die Nabelschnur, Sauerstoffmangel. Auch nicht genügend emotionale Zuwendung zu bekommen, nicht rechtzeitig gefüttert, sich selbst überlassen zu werden – all das ist für den winzigen Säugling lebensbedrohend. Nach solchen Erfahrungen kann ein Kind von der Welt nichts Gutes erwarten. Die erlebte Angst, die Einsamkeit, die Hilflosigkeit, die schmerzliche Sehnsucht nach Geborgenheit graben sich tief in das Nervensystem ein. Wer schon früh Erfahrungen von Bedrohung, Vernachlässigung, offener oder subtiler Gewalt gemacht hat, der wird mit einem untergründigen Gefühl kämpfen, dass das Leben nicht lebenswert sei.

 

Allen erfreulichen Seiten des Lebens setzt eine solche tief verwurzelte innere Hoffnungslosigkeit ihre eigene Wahrheit entgegen. Und die lautet: Es ist alles sinnlos. Da die frühe Ursprungssituation verdrängt ist, suchen die Betroffenen einen Auslöser in der Gegenwart, den sie für ihr Elend verantwortlich zu machen versuchen. Doch die Hölle steckt in uns selbst. Wir alle betrachten das Leben durch den Filter früherer Erfahrungen. Um Depressionen endgültig zu beseitigen, müssen wir die im Inneren vergrabenen Traurigkeitsgefühle wiedererleben und verarbeiten. Schmerz ist die Ursache – und die Auflösung unseres Elends.

 

Für die Depression gilt, dass man sich umso weniger elend fühlt, je mehr man von seinem Elend fühlt. Unser inneres Elend zu vermeiden bedeutet, es für immer beizubehalten. Diesem tief sitzenden Schmerz muss in der Therapie langsam und systematisch begegnet werden.

 

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