Praxis für Psychotraumatherapie
Praxis für Psychotraumatherapie

Therapieverlauf

"Der richtige Weg zur Ganzheit besteht aus schicksalsmäßigen Umwegen und Irrwegen."

 

                                                Carl Gustav Jung

 

 

In den anfänglichen Stadien verhilft Ihnen die Therapie, sich die reale Situation und die Existenz des Traumas und seine Auswirkungen auf Sie klarzumachen. Sie erforschen auch mögliche Auswirkungen von Traumata Ihrer Mutter oder anderen Familienmitgliedern auf Sie selbst. Das Ziel besteht darin, die Wahrheit darüber herauszufinden, was Sie erlebt und gefühlt und möglicherweise verdrängt haben. Dann kann die Realität zutage treten, abgespaltene Anteile können gesehen und wahrgenommen werden und müssen nicht mehr im Verborgenen z.B. über Symptome auf Sie einwirken.

 

Im weiteren therapeutischen Prozess geht es darum:

  • Ihre möglichen verdrängten Traumata zu erkennen,
  • zu verstehen, welche Auswirkungen diese für Sie hatten,
  • Realität und Illusionen auseinanderzuhalten,
  • die eigenen Gefühle von den Gefühlen anderer (z.B. der Mutter) zu unterscheiden,
  • die Gefühle, die zu anderen gehören, loszulassen und sich so aus entsprechenden Vertrickungen zu lösen,
  • die eigenen gesunden Bedürfnisse herauszufinden,
  • zu lernen, die eigenen Grenzen zu wahren,
  • mit Ihren abgespaltenen Anteilen und Empfindungen in Kontakt zu kommen,
  • sich von den Folgen des Traumas zu befreien, indem Sie Ihre abgespaltenen Anteile integrieren.

 

Die therapeutische Aufarbeitung bietet einen sicheren Rahmen, mit Ihren unbewussten Anteilen und Ihrem verdrängten Traumaerleben in Kontakt zu kommen. Dabei ist es auch wichtig, den unterdrückten Gefühlen eine Richtung zu geben. Es ist ein Unterschied, ob unterdrückte Gefühle wie Wut und Schmerz 'in das Universum' ausagiert werden, oder ob damit einem konkreten Gegenüber (einem Täter) eine Botschaft übermittelt wird. Ziellose kathartische Abreaktionen, wie sie in vielen Therapieformen praktiziert werden, bewirken keine langfristige Erleichterung. Der Gefühlshaushalt kann erst wieder intakt werden, wenn zielgerichtete Re-Aktionen auf Verletzungen zum Ausdruck gebracht werden. Wir müssen unsere unterdrückten Gefühle auch mit den Täter in Verbindung bringen, die sie verursacht haben, sonst bleiben innere Spaltung und Täterintrojekte bestehen.

 

Doch geht es in der Therapie nicht in erster Linie um Schuldzuweisungen, sondern darum, zu erkennen und zu fühlen, wie unsere Probleme und Symptome zustande kommen und welche Konsequenzen unsere Kindheit für uns hatte - und heute noch hat. Waren damalige Erfahrungen traumatisch, müssen wir unseren verdrängten Schmerz darüber fühlen.

 

Hauptziel der therapeutischen Arbeit ist die Wiederherstellung einer gesunden Persönlichkeit und die Ich-Entwicklung jenseits von Verstrickungen. Kurz: Es geht darum, mit sich selbst ins Reine zu kommen. Nur als eigenständige, selbstverantwortliche Menschen können wir unser eigenes Leben, eine erfüllende Beziehung, verantwortungsvolle Elternschaft und einen befriedigenden Beruf leben.

 

Die Integration abgespaltener Traumagefühle findet in vielen kleinen Schritten statt. Immer mehr nehmen wir das ins Selbst zurück, was wir verdrängt und wovon wir uns entfremdet haben. Solche Momente der Integration sind begleitet von wahrer Liebe für uns selbst. Sich selbst lieben heißt sich selbst schätzen. Das ist ein angeborener, heilsamer und gesunder Impuls. Um gute Beziehungen mit anderen Menschen eingehen zu können, müssen wir eine gute und liebevolle Beziehung zu uns selbst haben. Traumata und psychische Spaltungen zerstören diese Selbstliebe. Die Spaltung zu überwinden heißt auch, zu sich selbst zurückzufinden und zu entdecken, wer Sie wirklich sind. Von hier aus können Sie das Leben führen, das Ihr eigenes ist.

 

 

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