Praxis für Psychotraumatherapie
Praxis für Psychotraumatherapie

Angststörungen

"Angst ist geisttötend. Angst ist der kleine Tod, der zur totalen Vernichtung führt."

 

                                                         Frank Herbert

 

 

Während der Schwangerschaft gibt die Mutter emotionale und neurochemische Informationen an das heranwachsende Kind weiter. Ist die Mutter aufgrund äußerer oder innerer Umstände innerlich angespannt oder depressiv, so werden diese Zustände über ihren Hormonhaushalt an den Fötus weitergegeben. Das Nervensystem des Kindes stellt sich darauf ein, nach der Geburt die gleichen Bedingungen vorzufinden wie im Mutterleib. Produziert der mütterliche Organismus große Mengen des Stresshormons Cortisol, dann stellt sich das Ungeborene auf eine Welt ein, die furchterregend und bedrohlich ist.

 

Tatsächlich kann es in unserem frühen Leben viele entsetzliche Angstgefühle geben: im Bauch einer Mutter heranzuwachsen, die uns nicht haben will, eine traumatische Geburt, allein gelassen, missbraucht, vernachlässigt, geschlagen werden. Der Mangel an Geborgenheit ist ein vernichtendes Gefühl für ein kleines Kind. Dieses Angstgefühl ist niederschmetternd, es wird verdrängt und damit zu chronischer Angst. Es entwickelt sich zu einem diffusen, ängstlichen Dauerzustand des Angespanntseins. Für den permanent hohen Erregungslevel im Nervensystem sucht unser Verstand nach Kanälen, nach äußeren Ursachen, an denen er die ständige innere Anspannung festmachen kann. Das Gefühl ist richtig, nur das Denken dazu ist nicht richtig. Das Gefühl ist eine aufsteigende Erinnerung, für die der Kopf eine gegenwartsbezogene Geschichte liefert. Die rationalen Begründungen, die sich Angstpatienten zur Erklärung ihrer Ängste zurechtlegen, sind sehr zahlreich aber stets unzutreffend. Der Ursprung für die meisten Angststörungen und Phobien ist eine unbewusste, reale Erinnerung an eine reale Bedrohung. Je mehr wir uns an vordergründigen Angstauslösern der Gegenwart festbeißen und ihren wahren traumatischen Ursprung ausblenden, desto massiver wird die Angst sich zeigen. Denn je stärker ein Gefühl unterdrückt wird, desto hartnäckiger behauptet es sich.

 

Für eine sinnvolle Therapie von Ängsten und Panikzuständen ist deshalb die nachträgliche Bearbeitung der ursprünglichen Traumatisierung unabdingbar. Ein unbearbeitetes Trauma macht das Leben zunichte.

 

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